Fürsorgerische Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen bis 1981

Die Schweiz ist gegenwärtig daran, ein düsteres Kapitel ihrer Sozialgeschichte aufzuarbeiten. Es geht um das Schicksal von Kindern und Jugendlichen, die vor 1981 von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen (FSZM) oder Fremdplatzierungen betroffen waren. Zu den Betroffenen zählen etwa Verdingkinder, Heimkinder, administrativ Versorgte (Personen, die im Rahmen administrativer Massnahmen in geschlossene Anstalten, zum Teil sogar in Strafanstalten eingewiesen worden sind), Personen, deren Reproduktionsrechte verletzt worden sind (unter Zwang oder ohne Zustimmung erfolgte Abtreibungen, Sterilisierungen, Kastrationen), Zwangsadoptierte, Fahrende, etc. (Mehr Information zum Thema )

Die SODK war bereits im Jahr 2010 im Rahmen der Organisation des Gedenkanlasses für die Opfer von administrativ Versorgten in Hindelbank aktiv beteiligt. An diesem Anlass nahmen drei Vertreter der Kantone teil und baten im Namen der Kantone um Entschuldigung für das geschehene Unrecht.

Als in der Folge dieses Anlasses auch die Aufarbeitung weiter Opfer von Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen in die politische Diskussion rückten, hat sich die SODK bereit erklärt, die Federführung des Themas auf interkantonaler Ebene und die Koordination der Kantone zu übernehmen.

Schwerpunkte des Engagements der SODK waren die Mitwirkung der Kantone bei der Organisation der Gedenkanlässe und die Vertretung und Entschuldigung der Kantone an den Gedenkanlässen. Weiter initiierte die SODK erfolgreich die Schaffung von kantonalen Anlaufstellen für die Betroffenen und übernahm anschliessend deren Koordination.

Die Liste der gemeldeten Anlaufstellen in den Kantonen ist hier zu finden.

Die SODK stellte zudem die Vertretung der Kantone am Runden Tisch und seinen Arbeitsgruppen und die Information der Kantone über den Stand der Arbeiten des Runden Tisches sicher. Im Rahmen der Schaffung des Soforthilfefonds setzte sich die SODK zusammen mit der Konferenz der kantonalen Fachdirektorenkonferenz Lotteriemarkt und Lotteriegesetz (FDKL) bei den Kantonen erfolgreich dafür ein, Beiträge in den Soforthilfefonds zu leisten. Und schliesslich engagierte sich die SODK auch für die Aktensicherung und den Aktenzugang für die Betroffenen.

Der Bericht des Runden Tisches ist am 1. Juli 2014 erschienen. Die politische Umsetzung des Berichts des Runden Tisches und der im Bericht vorgeschlagenen Massnahmen werden von der SODK weiter begleitet. Empfehlung SODK vom 8. September 2014  betreffend Nichtanrechnung der Leistungen aus dem Soforthilfefonds.

Vernehmlassung zum Bundesgesetz über die Aufarbeitung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen vor 1981: Stellungnahme Vorstand SODK vom 4. September 2015.

Link: www.fuersorgerischezwangsmassnahmen.ch (Website des Delegierten des Bundesrates für die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen)