Willkommen auf der Webseite Opferhilfe Schweiz

www.opferhilfe-schweiz.ch ist eine Website der Schweizerischen Verbindungsstellen Konferenz Opferhilfegesetz (SVK-OHG), einer Fachkommission der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK).

Inkrafttreten des revidierten Opferhilfegesetzes am 1. Januar 2009: Was ist neu?

Das revidierte OHG vom 27. März 2007 beruht wie bisher auf den drei Säulen Beratungshilfe, finanzielle Hilfe und Besserstellung im Strafverfahren. Unverändert übernommen wurde auch der Opferbegriff. Änderungen gibt es vorab im Bereich der finanziellen Opferhilfe. Mehr zu den wesentlichen Änderungen und zur Übergangsregelung finden Sie hier.

Was bedeutet Opferhilfe?

 

Opferhilfe ist die Hilfe, die eine Person erhält, die durch eine Straftat in ihrer körperlichen, sexuellen oder psychischen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden ist. Beispiele für solche Straftaten sind:

  • Gewaltdelikte (z.B. Tötung, Körperverletzung, Raub);
  • Sexualdelikte (z.B. Vergewaltigung, sexuelle Nötigung);
  • Häusliche Gewalt (z.B. Körperverletzung, schwere Nötigung, Drohung) oder
  • Verkehrsunfälle mit Verletzungs- oder Todesfolge.

Unter bestimmten Voraussetzungen können auch Angehörige oder andere nahe stehende Personen des Opfers die Leistungen der Opferhilfe in Anspruch nehmen. Die Beratungsstellen geben darüber Auskunft.

Die Opferhilfe basiert in erster Linie auf dem Opferhilfegesetz (OHG) und der Opferhilfeverordnung (OHV) des Bundes. In den Kantonen gibt es weitere ergänzende Rechtsordnungen. Die Rechte des Opfers im Strafverfahren sind seit dem 1. Januar 2011 ausschliesslich in der Schweizerischen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 (StPO) sowie in der Schweizerischen Jugendstrafprozessordnung vom 20. März 2009 (JStPO) geregelt. Mehr zu den rechtlichen Grundlagen.

Was beinhaltet Opferhilfe?

Beratung: Das Opfer und seine Angehörigen gemäss Opferhilfegesetz (OHG) haben Anspruch auf kostenlose Beratung, Information und Begleitung durch eine anerkannte Opferberatungsstelle.

Soforthilfe und längerfristige Hilfe: Die Opferberatungsstellen leisten und vermitteln dem Opfer und seinen Angehörigen angemessene medizinische, psychologische, soziale, materielle und juristische Hilfe. Die Soforthilfe für die dringendsten Bedürfnisse nach der Straftat erfolgt ohne Kostenbeteiligung durch das Opfer. Die Opferhilfe kann je nach finanzieller Situation des Opfers oder seiner Angehörigen Kostenbeiträge für die längerfristige Hilfe erbringen.

Entschädigung und Genugtuung: Opfer gemäss OHG können unter bestimmten Voraussetzungen von der kantonalen Entschädigungsstelle eine Entschädigung und/oder Genugtuung beanspruchen.

Rechte im Strafverfahren: Dem Opfer stehen im Strafverfahren verschiedene Rechte zu, welche in der Schweizerischen Strafprozessordnung vom 5. Oktober 2007 (StPO) sowie in der Schweizerischen Jugendstrafprozessordnung vom 20. März 2009 (JStPO) geregelt sind.

Es werden folgende Verfahrensrechte unterschieden:

- Informationsrechte (z.B. Orientierung über die verschiedenen Opferhilfeleistungen und die Opferberatungsstellen bei der ersten Einvernahme durch die Polizei oder die Staatsanwaltschaft)

- Schutzrechte (z.B. Begleitung durch eine Vertrauensperson bei allen Verfahrenshandlungen, sofern das Opfer dies wünscht)

- Beteiligungsrechte (z.B. Geltendmachung von Zivilansprüchen gegenüber dem Täter)

Während Informations- und Schutzrechte unabhängig davon, ob sich das Opfer als Privatklägerschaft konstituiert, in Anspruch genommen werden können, sind die Beteiligungsrechte von einer Parteistellung des Opfers abhängig. Parteistellung hat das Opfer, wenn es sich als so genannte "Privatklägerschaft" konstituiert.

Ausführliche Erläuterungen zu den opferspezifischen Verfahrensrechten, zur Konstituierung als Privatklägerschaft sowie zum Kostenrisiko des Opfers im Strafverfahren finden Sie im Merkblatt der Kantonalen Opferhilfestelle der Direktion der Justiz und des Innern des Kantons Zürich.