Ausbildung im Sozialbereich

Die SODK setzt sich im Vorstand von SAVOIRSOCIAL und des FONDSSOCIAL für die Mitgestaltung und Weiterentwicklung der Berufsbildung im Sozialbereich auf gesamtschweizerischer Ebene ein.

Die SODK gehört zu den Mitgründerinnen der 2004 - aufgrund des neuen Berufsbildungsgesetzes - gegründeten Dachorganisation der Arbeitswelt Soziales (SAVOIRSOCIAL) und vertritt seither die Kantone im Vorstand von SAVOIRSOCIAL. Zudem ist sie im Vorstand des FONDSSOCIAL vertreten. Der allgemeinverbindliche Berufsbildungs-Fonds FONDSSOCIAL finanziert die Förderung der beruflichen Grundbildung und der höheren Berufsbildung im Sozialbereich.

Ziel der Interessenvertretungen der SODK bei SAVOIRSOCIAL und FONDSOCIAL ist es, dass im Sozialbereich die Versorgung mit bedarfsgerecht qualifiziertem Personal sichergestellt ist. 2016 hat der Vorstand SODK folgende Eckwerte für den Bereich der Berufsbildung im Sozialbereich verabschiedet:  

  • Die Weiterentwicklung der Ausbildungen im Sozialbereich richtet sich am Bedarf der Praxis  aus, besonders auch am Bedarf der Kantone zur Sicherstellung staatlicher Aufgaben im Sozialwesen. 
  • Der Sozialbereich positioniert sich als eigenständige, attraktive und anerkannte Branche in der Berufsbildung.
  • Der zunehmenden Mobilität der Arbeitswelt (auch innerhalb der Branche) wird Rechnung getragen und der Kontinuität, Durchlässigkeit und Transparenz der Bildungssystematik ist hohe Priorität einzuräumen.
  • Bei allen Themen ist die kantonale Perspektive (z.B. Auswirkungen auf Kantone / Bedarf von Seiten der Kantone) handlungsleitend. Die Perspektive der Gemeinden wird berücksichtigt.
  • Die Schnittstellen zu den Bereichen Gesundheit und Bildung, sowie zu den Ausbildungen im Sozialbereich auf Tertiär A-Stufe (Fachhochschulen und Universitäten) werden berücksichtigt und es besteht ein regelmässiger Austausch mit den relevanten Akteuren in diesen Bereichen. Dies um ein kohärentes Ausbildungsangebot im Sozialbereich auf allen Stufen (Berufsbildung, höhere Berufsbildung Tertiär B sowie Tertiär A Stufe) zu gewährleisten.


Als Prioritäten für die SODK 2016-2020 im Bereich der Berufsbildung im Sozialbereich gelten:

  • a) Die Weiterentwicklung von Grundlagen zur Situation des Personals im Sozialbereich und Nutzbarmachung der Ergebnisse neuster Studien für die Kantone
  • b) Die Positionierung zur Revision der beruflichen Grundbildung Fachperson
  • c) Die Weiterentwicklung von Strukturen und Steuerung des Ressourceneinsatzes von SAVOIRSOCIAL und FONDSSOCIAL


Studie zur Fachkräftesituation im Sozialbereich 2016

 

Die SODK hat eine Studie zur Fachkräftesituation im Sozialbereich „Fachkräfte- und Bildungsbedarf für soziale Berufe in ausgewählten Berufsfeldern des Sozialbereichs“ mitfinanziert. Diese wurde im Auftrag von SAVOIRSOCIAL erarbeitet. Die Ergebnisse dieser Studie wurden im Juni 2016 publiziert.

Mit der Studie liegen erstmals nach Berufsgruppen aufgeschlüsselte Informationen zur Fachkräftesituation in den Arbeitsfeldern Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, Begleitung von Menschen mit Beeinträchtigungen und Betreuung von Menschen im Alter vor. Sie zeigt auf, dass die sozialen Berufe in den letzten 20 Jahren infolge des gesellschaftlichen und demografischen Wandels (v. a. im Bereich Kinder- und Altersbetreuung) ein überdurchschnittliches Beschäftigungswachstum erfahren haben. Im Vergleich zu anderen Branchen arbeiten im Berufsfeld Soziales überdurchschnittlich viele Frauen und jüngere Personen sowie relativ wenige Ausländerinnen und Ausländer, die Teilzeiterwerbsquote ist vergleichsweise hoch. Der Anteil von Beschäftigten ohne formale Ausbildung und von Personen in Ausbildung oder in Praktika ist aussergewöhnlich hoch. Im Vergleich zu anderen Berufsfeldern wird für das Berufsfeld Soziales zudem eine überdurchschnittlich hohe Berufsabwanderungsquote nachgewiesen. 2015 war knapp die Hälfte der Betriebe mit grösseren Problemen bei der Personalrekrutierung konfrontiert. Bis im Jahr 2024 wird für die drei Arbeitsfelder zusammen der zusätzliche Fachkräftebedarf auf rund 44’000 Personen geschätzt. Davon werden gemäss Annahmen rund  39'000 Stellen durch Arbeitsmarkteintritte von Neuabsolventen sowie durch die Zuwanderung gedeckt, rund 5700 Personen müssen zusätzlich ausgebildet werden.

Die Ergebnisse der Studie wurden von den SODK-Gremien diskutiert. Eine Weiterbehandlung der Fachkräftethematik durch die SODK ist im Jahr 2017 geplant.

 

Kontakt: Veronika Neruda, Fachbereichsleiterin Familien und Gesellschaft

Links:

SAVOIRSOCIAL

FONDSSOCIAL, Berufsbildungsfonds für den Sozialbereich

EDK: Bereich Berufsbildung

GDK: Bereich Gesundheitsberufe

Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation SBFI

Nationale Fachkräfteinitiative des Bundes