Bericht zur Situation der Frauenhäuser in der Schweiz

Anfang 2014 hat der Vorstand SODK einen Expertenbericht zur Situation der Frauenhäuser in der Schweiz in Auftrag gegeben. Ziel des Berichts war es, eine Beurteilungs- und Handlungsgrundlage zum bestehenden Platzangebot und zur Finanzierung von Schutzplätzen in Frauenhäusern zu erarbeiten. Dieser Bericht liegt nun vor:

Wichtigste Ergebnisse des Berichts

Der Bericht bietet eine Übersicht über den Ist-Zustand der Schweizer Frauenhäuser und ist ein Beitrag für die weitere politische und fachliche Weiterentwicklung der Frage der Finanzierung und des Platzangebots in Frauenhäusern. Es kann festgestellt werden, dass die Frauenhäuser ein anerkanntes Angebot im Bereich von Opferschutz und Krisenintervention von gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern sind und eine wichtige Aufgabe im Opferschutzsystem erfüllen.

Im Bezug auf die Versorgungslage stellt der Bericht gewisse, regional unterschiedliche, Kapazitätsengpässe in Frauenhäusern fest und enthält Hinweise auf deren Ursachen. Der Bericht macht hierzu Aussagen auf grossregionaler Ebene, basierend auf den Opferhilferegionen der SODK. Es fällt insbesondere die Problematik der fehlenden Anschlusslösungen (welche die Aufenthaltsdauer z.T. unnötig verlängern) auf.

Betreffend Finanzierung zieht der Bericht das Fazit, dass die Frauenhäuser vielerorts mit Ressourcenproblemen konfrontiert sind. Ebenso wird im Bericht aufgezeigt, dass das Leistungsangebot der verschiedenen Frauenhäuser unterschiedlich ausgestaltet ist und dass mehr Ressourcen für die Leistungen der Dachorganisation der Frauenhäuser (Qualitätssicherung, statistische Grundlagen etc.) nötig wären.

Weiteres Vorgehen

Der Bericht wurde vom Vorstand SODK am 6. März und am 21. Mai 2015 behandelt. Er wurde am 28. Mai 2015 zusammen mit einem Empfehlungsschreiben an die Mitglieder der SODK versandt. Der Vorstand SODK empfiehlt den Mitgliedern der SODK, auf Basis des vorliegenden Expertenberichts die Versorgungslage an Frauenhäusern und Notunterkünften in ihrem Kanton zu prüfen und den allfälligen Bedarf an zusätzlichen Plätzen zu klären. Der vorliegende Expertenbericht liefert Anhaltspunkte, wie eine Bedarfsanalyse in den einzelnen Kantonen erfolgen kann.

Als zweite Massnahme hat der Vorstand SODK ein Mandat zur Erarbeitung einer Definition des Leistungsangebotes der Frauenhäuser beschlossen. Damit soll auch eine einheitliche und transparente Grundlage für die Finanzierung der Leistungen von Frauenhäusern erarbeitet werden.

Die SODK wird die Resultate des Berichts zudem bei der auf Bundesebene laufenden Ratifizierung der Istanbul Konvention des Europarats sowie der Evaluation des Opferhilfegesetzes einbringen.