Angehörigenbetreuung

Menschen mit Behinderungen oder betagte Personen werden oftmals zu Hause von Angehörigen betreut und gepflegt. Die Thematik ist bereits seit Jahren auf der politischen Agenda. Projekte auf Bundesebene führen in Kantonen und Gemeinden zu einer neuen Dynamik.

Die Angehörigenbetreuung gewinnt angesichts der demografischen und gesellschaftlichen Entwicklungen an Brisanz: Immer mehr immer ältere Menschen benötigen Betreuung. Deshalb besteht politischer Handlungsbedarf. Die Angehörigenbetreuung bildet einen neuen Schwerpunkt der SODK. Sie setzt sich für eine bessere Vereinbarkeit von Betreuungsarbeit und Erwerbstätigkeit ein.

Neues Bundesgesetz über Angehörigenbetreuung

Wer seine Angehörigen betreut, muss oft Nachteile hinnehmen: Es fehlt an existenzsichernder Unterstützung für betreuende Angehörige. Nur vereinzelt wird die freiwillige Betreuungsarbeit finanziell abgegolten. Die Entschädigung bleibt in den meisten Fällen bescheiden. Wer sein Arbeitspensum reduziert, um Angehörige zu betreuen, verdient weniger und hat eine geringere Rentenerwartung (AHV/BVG). Dabei ist die Hilfe der Angehörigen unabdingbar: Ohne deren Unterstützung kann eine betreuungsbedürftige Person meist nicht mehr zu Hause verbleiben.

Die SODK unterstützt deshalb grundsätzlich die Stossrichtung des Bundesrates für ein neues Bundesgesetz über die Angehörigenpflege. Mit Anpassungen in verschiedenen Gesetzen soll die Vereinbarkeit von Erwerbstätigkeit und Angehörigenpflege klar verbessert werden. Die Vorlage des Bundesrates hilft, die finanziellen Folgen einer Betreuung von kranken oder verunfallten minderjährigen oder erwachsenen Personen durch Eltern oder Angehörige zu mildern.

Tag der betreuenden Angehörigen

Der 30. Oktober ist zum Tag der betreuenden Angehörigen bestimmt worden. Die SODK empfiehlt allen Kantonen, diesen Aktionstag zu unterstützen, Veranstaltungen zu initiieren oder sich an bereits laufenden Projekten zu beteiligen. Damit soll den betreuenden Angehörigen für ihre Leistung gedankt und auch Anerkennung ausgesprochen werden. Ihr grosses Engagement – oft ganz leise im Hintergrund – ist für den Erhalt einer qualitativ hochstehenden Versorgung im Schweizer Gesundheitssystem unverzichtbar. Die Pflege und Betreuung durch Angehörige erlaubt es vielen Menschen, ihre Selbstbestimmung und Unabhängigkeit im Alltag aufrecht zu erhalten. Wenn die betreuungsbedürftigen Personen möchten, können sie so unter guten Bedingungen länger zuhause leben, ohne in ein Wohn-, Alters- oder Pflegeheim umziehen zu müssen.